Nicht immer erreichbar – und warum wir das für richtig halten
Gute Beratung braucht manchmal auch Abstand
In vielen Unternehmen gehört ständige Erreichbarkeit mittlerweile zum Alltag. E-Mails werden unterwegs beantwortet, Teams-Nachrichten am Abend gelesen und selbst im Urlaub bleibt das Smartphone oft griffbereit.
Auf den ersten Blick wirkt das effizient. Wer immer erreichbar ist, reagiert schnell, löst Probleme unmittelbar und vermittelt Verlässlichkeit.
Doch gerade in beratungsintensiven Berufen stellt sich eine wichtige Frage: Führt permanente Verfügbarkeit tatsächlich zu besseren Ergebnissen?
Wir glauben: nicht unbedingt.
Denn hochwertige Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmensberatung entstehen nicht durch möglichst viele Arbeitsstunden, sondern durch Konzentration, Sorgfalt und die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte mit klarem Blick zu beurteilen.
Leistungsfähigkeit ist keine unendliche Ressource
Erholung ist für und kein Gegensatz zu Leistungsfähigkeit – sie ist ihre Voraussetzung. Wer dauerhaft Höchstleistungen erbringen möchte, muss auch langfristig leistungsfähig bleiben.
Komplexe Prüfungen, anspruchsvolle Bewertungen, steuerliche Gestaltungsfragen oder Transaktionen erfordern analytisches Denken, fachliche Präzision und ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Diese Fähigkeiten lassen sich nicht beliebig abrufen. Qualität entsteht hier nicht trotz, sondern wegen echter Erholungsphasen.
Pausen, Erholung und bewusste Auszeiten sind deshalb kein Luxus, sondern die Basis für nachhaltige Leistungsfähigkeit. Wer ohne Pause durcharbeitet, wird auf Dauer nicht leistungsfähiger, sondern fehleranfälliger – ein Risiko, das sich gerade in unserem Fachgebiet niemand leisten kann.
Pausen dagegen schaffen Raum für neue Perspektiven, helfen dabei, Abstand zu gewinnen und sorgen dafür, dass wir unseren MandantInnen langfristig auf hohem Niveau zur Seite stehen können.
Warum Erreichbarkeit nicht an Einzelnen hängen sollte
Gleichzeitig wissen wir natürlich, dass unsere MandantInnen auf Verlässlichkeit angewiesen sind. Bei wichtigen Projekten, Fristen oder unternehmerischen Entscheidungen erwarten unsere MandantInnen zu Recht schnelle Reaktionszeiten und eine kontinuierliche Betreuung. Auch in der Ferienzeit.
Deshalb bedeutet eine gesunde Pausenkultur nicht, dass Projekte liegen bleiben oder Anfragen unbeantwortet bleiben. Im Gegenteil: Gute Erreichbarkeit muss organisatorisch abgesichert sein und darf nicht von einzelnen Personen abhängen.
Gerade in Urlaubszeiten zeigt sich, wie wichtig funktionierende Vertretungsregelungen, transparente Prozesse und eine enge Zusammenarbeit im Team sind. Wer ausschließlich auf einzelne Schlüsselpersonen setzt, schafft Abhängigkeiten – sowohl für MandantInnen als auch für Mitarbeitende.
Unser Anspruch ist klar: Wir möchten unseren MandantInnen jederzeit eine verlässliche Betreuung bieten und gleichzeitig sicherstellen, dass Urlaub, Krankheit oder andere Abwesenheiten nicht zur Belastung für einzelne Teammitglieder werden.
Klare Vertretungsregelungen, eingespielte Teams und kurze Entscheidungswege sorgen dafür, dass die Betreuung unserer Mandate auch während Urlaubszeiten durchgängig sichergestellt ist.
Für MandantInnen macht es idealerweise keinen Unterschied, ob einzelne Ansprechpartner gerade im Urlaub sind oder nicht. Für unsere Mitarbeitenden macht es dagegen einen großen Unterschied zu wissen, dass sie sich auf ihr Team verlassen können.
Gute Erreichbarkeit ist Teamarbeit
Gerade als Boutique-Kanzlei profitieren wir von einer engen Zusammenarbeit. Unsere Teams arbeiten nicht in isolierten Silos, sondern tauschen sich regelmäßig aus und begleiten Mandate gemeinsam. Wissen bleibt nicht bei einzelnen Personen hängen, sondern wird geteilt.
Das schafft nicht nur Qualität und Kontinuität für unsere MandantInnen, sondern auch Freiräume für unsere Mitarbeitenden. Als Arbeitgeber sehen wir es daher als unsere Verantwortung, Rahmenbedingungen zu schaffen, die nachhaltiges Arbeiten ermöglichen. Dazu gehört auch die Überzeugung, dass Urlaub tatsächlich Urlaub sein sollte und freie Zeit ihren Namen verdient.
Verantwortung wird bei uns bewusst auf mehrere Schultern verteilt. Dadurch entstehen Vertretungsmöglichkeiten, ohne dass MandantInnen auf persönliche Betreuung verzichten müssen.
Eine Frage der Unternehmenskultur
Wie Unternehmen mit Erreichbarkeit umgehen, sagt oft viel über ihre Kultur aus.
Wir sind überzeugt, dass Vertrauen wichtiger ist als permanente Verfügbarkeit. Gute Ergebnisse entstehen dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen können, sich weiterentwickeln und gleichzeitig die Möglichkeit haben, ihre Energie langfristig zu erhalten.
Deshalb messen wir Leistung nicht daran, wer die meisten Nachrichten am Wochenende beantwortet oder auch im Urlaub permanent online ist. Wichtiger ist für uns, dass Projekte erfolgreich umgesetzt werden, MandantInnen gut betreut sind und unser Team langfristig Freude an seiner Arbeit behält.
Die KHS-Haltung
Nicht immer erreichbar zu sein bedeutet für uns nicht weniger Engagement, sondern einen bewussten Umgang mit Ressourcen. Denn wer regelmäßig Gelegenheit hat, Energie zu tanken, kann sich anschließend wieder mit voller Konzentration und Motivation anspruchsvollen Aufgaben widmen.
Wir schaffen deswegen ein Arbeitsumfeld, in dem fachliche Exzellenz, persönliche Entwicklung und nachhaltige Leistungsfähigkeit zusammengehören. Davon profitieren letztlich alle Beteiligten: unsere Mitarbeitenden, unsere Mandanti*nnen und die Qualität unserer Arbeit.
Oder anders gesagt: Wer dauerhaft Höchstleistungen erwartet, sollte auch Raum für Erholung schaffen. Genau deshalb halten wir es für richtig, nicht immer erreichbar zu sein.
