Die fünf häufigsten Fehler bei der Vorbereitung einer Unternehmensbewertung
Gut vorbereitet ist halb bewertet
Ob Unternehmensnachfolge, Verkauf, Gesellschafterwechsel, Umstrukturierung oder steuerliche Fragestellungen – Unternehmensbewertungen spielen in vielen unternehmerischen Entscheidungen eine zentrale Rolle.
Dabei konzentrieren sich viele Unternehmen zunächst auf die eigentliche Bewertungsmethodik. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig: Die Qualität einer Unternehmensbewertung steht und fällt mit der Vorbereitung.
Fehlende Informationen, unvollständige Planungen oder unrealistische Annahmen führen nicht nur zu Verzögerungen, sondern können das Bewertungsergebnis erheblich beeinflussen.
Nachfolgend zeigen wir fünf typische Fehler, die Unternehmen bei der Vorbereitung einer Unternehmensbewertung vermeiden sollten.
1. Unvollständige Planungsrechnungen
Die Zukunftserwartungen eines Unternehmens sind einer der wichtigsten Einflussfaktoren jeder Bewertung. Trotzdem liegen häufig nur grobe Umsatz- und Ergebnisplanungen vor. Investitionen, Finanzierungskosten, Personalentwicklungen oder Marktveränderungen werden dagegen oft nicht ausreichend berücksichtigt.
Eine belastbare Planung sollte nachvollziehbar dokumentiert, konsistent aufgebaut und auf realistischen Annahmen basieren. Je besser die Planung, desto belastbarer die Bewertung.
2. Fehlende Dokumentation
Viele Informationen sind im Unternehmen zwar durchaus vorhanden – aber nicht ausreichend dokumentiert. Dazu gehören beispielsweise:
- Kundenstrukturen
- Lieferantenabhängigkeiten
- Investitionspläne
- Marktanalysen
- Vertragsgrundlagen
- strategische Entscheidungen
Fehlen diese Informationen, müssen sie während des Bewertungsprozesses nachträglich zusammengestellt werden. Das kostet viel Zeit, bindet Resourcen und erschwert die Nachvollziehbarkeit.
3. Zu optimistische Zukunftsprognosen
UnternehmerInnen kennen ihr Geschäft meist besser als externe BeraterInnen. Trotzdem kann die Nähe zum eigenen Unternehmen gelegentlich zu übermäßig optimistischen Annahmen führen.
Wachstumsraten, Margenentwicklungen oder Markterwartungen sollten daher stets kritisch hinterfragt werden. Denn eine ausgewogene Unternehmensbewertung basiert nicht auf Wunschvorstellungen, sondern auf plausiblen und nachvollziehbaren Zukunftserwartungen. Sind die Annahmen darin nicht nachvollziehbar hergeleitet, gerät die gesamte Bewertung ins Wanken – mit der Folge langwieriger Diskussionen mit Banken, Käufern oder im Streitfall auch vor Gericht.
Eine realistisch Planung schafft dagegen Vertrauen und erhöht die Aussagekraft der Bewertung.
4. Vermischung privater und betrieblicher Interessen
Gerade in Familienunternehmen verschwimmen private und betriebliche Themen gelegentlich.
Beispiele sind:
- private Fahrzeuge im Unternehmen
- nicht marktübliche Miet- oder Darlehensverhältnisse
- private Kosten innerhalb der Gesellschaft
- einmalige Sonderaufwendungen
Das verzerrt die tatsächliche Ertragskraft und muss vor einer Bewertung bereinigt werden – ein Schritt, der Zeit braucht und am besten nicht erst unter Termindruck angegangen wird.
5. Zu späte Vorbereitung
Der wohl häufigste Fehler ist der Faktor Zeit. Viele Unternehmen beginnen erst kurz vor einer Transaktion oder Nachfolgeregelung mit der Zusammenstellung relevanter Informationen. Dadurch entstehen Zeitdruck, Unsicherheiten und Rückfragen, die eigentlich längst hätten geklärt werden können.
Eine Unternehmensbewertung sollte nicht erst dann vorbereitet werden, wenn bereits wichtige Entscheidungen anstehen. Wer frühzeitig plant, schafft bessere Voraussetzungen für einen strukturierten und effizienten Prozess.
Die KHS-Perspektive
Eine gute Unternehmensbewertung beginnt lange vor der eigentlichen Berechnung. Belastbare Planungen, vollständige Dokumentationen und eine frühzeitige Vorbereitung schaffen die Grundlage für aussagekräftige Ergebnisse und fundierte Entscheidungen.
Sie planen eine Nachfolge, einen Unternehmensverkauf oder benötigen eine Bewertung aus steuerlichen oder gesellschaftsrechtlichen Gründen? Unsere ExpertInnen unterstützen Sie gerne bei der Vorbereitung und Durchführung.
